MEINE BEWEGGRÜNDE – WARUM ICH KANDIDIERE
Kommunalpolitik hat die Aufgabe, gute und verlässliche Rahmenbedingungen zu schaffen. In den vergangenen Jahren habe ich jedoch den Eindruck gewonnen, dass meine Heimatgemeinde Triefenstein auf eine schiefe Bahn geraten ist.
Das anhaltende Personalchaos in unserer Verwaltung zeigt zunehmend negative Auswirkungen. Über 80 % der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in den vergangenen Jahren die Verwaltung aus eigenem Antrieb verlassen. Dadurch ist bereits viel Wissen und Erfahrung verloren gegangen. Dass die eigene Art der Führung hierfür eine wesentliche Ursache ist, wird offenbar nicht erkannt. Dies ist einer der Gründe dafür, dass viele Abläufe heute nicht mehr so reibungslos funktionieren wie noch vor einigen Jahren.
Dazu zählt auch die Zahlungsunfähigkeit der Gemeinde im Oktober des vergangenen Jahres. Diese Situation hat deutlich gemacht, dass ein verantwortungsvoller Umgang mit den Gemeindefinanzen sowie ein rechtzeitiges Eingreifen der Rathauschefin nicht mehr gewährleistet sind. Gerät eine Kommune in finanzielle Schwierigkeiten, ist es gegenüber dem Gemeinderat respektlos, wenn im Vorfeld einer Nachtragshaushaltssitzung – der ersten seit 23 Jahren – keine belastbaren Zahlen vorgelegt werden, kein Vertreter der Kämmerei anwesend ist und sich die Erste Bürgermeisterin gleichzeitig dazu entschließt, in den Urlaub zu fahren.
In dieser Sitzung wurde dem Gremium zudem ein Investitionsplan für die kommenden Jahre vorgelegt, der weitere Kreditermächtigungen vorsieht, obwohl die bisherigen Tilgungsraten die Gemeinde bereits an ihre finanzielle Belastungsgrenze bringen. Auf die Frage der SPD-Fraktion, wie ein solcher Investitionsplan aufgestellt werden könne, obwohl er finanziell nicht tragfähig sei, lautete die Antwort lediglich, man wisse ja, dass diese Pläne ohnehin so nicht umsetzbar seien. Es bestehen daher erhebliche Zweifel an der Ernsthaftigkeit, mit der Teile der Führung hier Verantwortung übernehmen.
Zuletzt hat die katastrophale Kommunikationsstrategie im Umgang mit der Trinkwasserversorgung in Lengfurt gezeigt, dass Führungsverantwortung innerhalb des Rathauses offenbar nur noch auf dem Papier existiert. Wenn turnusmäßige Reinigungsarbeiten an den Hochbehältern in Lengfurt unterbleiben, was die Bürgermeisterin dem Gremium gegenüber in einer E-Mail vom 13. Oktober selbst eingeräumt hat, muss die Frage erlaubt sein, ob der in den vergangenen Jahren eingeschlagene Kurs im Rathaus der richtige war. Denn als Rathauschefin hätte sie die notwendigen Maßnahmen einleiten können, um eine regelmäßige Reinigung der Hochbehälter zu gewährleisten.
Als dann im Dezember 2025 bei routinemäßigen Beprobungen erneut Verunreinigungen im Hochbehälter festgestellt wurden – in diesem Fall durch Enterokokken –, wurde eine Vergleichsprobe angeordnet, die im Gegensatz zur ersten Probe negativ ausfiel. Eine tatsächliche Reproduzierbarkeit der Messergebnisse, die Voraussetzung dafür gewesen wäre, um wie später im Community-Kanal davon zu sprechen, dass „eindeutig nachgewiesen wurde, dass keine Verunreinigung vorliegt“, hat es jedoch nie gegeben.
Es drängt sich der Eindruck auf, dass aus wahlkampftaktischen Gründen versucht wurde, den Eindruck zu vermitteln, dass “falsche” Messergebnisse die Ursache für das Chaos sind. Wird der Bevölkerung in der Kommunikation dann auch noch der Eindruck vermittelt, es bestünde eigentlich keine Gefahr – was z.B. im Community-Kanal durchaus so verstanden werden konnte – führt dies dazu, dass Bürgerinnen und Bürger notwendige Vorsichtsmaßnahmen, wie etwa das Abkochgebot, nicht ernst nehmen. Als Rathauschefin ist man jedoch in der Pflicht, in solchen Situationen verantwortungsvoll zu handeln sowie sorgfältig und bedacht zu informieren.
Diese Ereignisse haben mir gezeigt, dass es Zeit für einen grundsätzlichen Wandel im Führungsstil unseres Rathauses ist.
Mit meiner Erfahrung als Gemeinderat, Betriebsrat und ehrenamtlicher Richter am Verwaltungsgericht Würzburg sowie mit meiner Bodenständigkeit, Ruhe und Besonnenheit möchte ich Triefenstein wieder auf Kurs bringen.
Aus diesen Gründen habe ich mich dazu entschlossen, am 8. März für das Amt des Bürgermeisters zu kandidieren und bitte Sie um Ihre Unterstützung.